Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
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lich, denn er iſt ein friſcher, für ſich beſtehender Ausfluß der Gottheit. Wahr iſt der Spruch:

Kein Ding auf dieſem Erdenreich Iſt ganz und gar dem andern gleich!

Schon die bloßen Zufälligkeiten zweier Lebensläufe ſind niemals ganz gleich; die vollkommene Aehnlichkeit zweier Geſichter iſt ſogar ſo ſelten, daß der Genius in der er⸗ dichteten Darſtellung einer Viola und eines Sebaſtian(in Shakspeare'sWas Ihr wollt) an das Romanhafte und Abſonderliche grenzt.

Das Reich der Originalität hat in der That nur wenige Pforten und dieſe ſind ſehr alt, ſo alt wie die Schöpfung ſelbſt; aber ſie führen in ungeheure Tiefen, wie die Liebe die Zeit, das Leben, der Tod, die Beziehung des Sicht⸗ baren auf das Unſichtbare. Kein Menſch kann dieſe uner⸗ meßlichen Tiefen in ihrer vollen Ausdehnung ergründen, aber der originellſte iſt der, welcher durch eine dieſer unergründlichen Pforten am weiteſten vordringt. Diejenigen, die mit all ihrem Streben nach Originalität doch außerhalb dieſer Pforten bleiben, bringen es im beſten Fall zum Seltſamen; ſie hauen erfolglos an den feſten diamanten Felſen, anſtatt ſeine ge⸗ öffneten Schlünde zu betreten, und in den unbegrenzten Raum vorzudringen, der in Wahrheit nichts iſt, als die Unendlichkeit des Univerſums ſelbſt. Und ſo ſeh' auch