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verſichtlich auf ein Höheres blickt. Ueberzeugt im Herzen von der Wahrheit der Worte:
„Wer Gott zu lieb, der Menſchenlieb' entbricht, Will ſchau'n bei Dunkelheit im Spiegel ſein Geſicht!“
laſſet uns jede freundliche, jede geſellige Neigung gegen die Menſchen, unſere Brüder, pflegen, und doch, wenn unſer Geſchick es ſo will, lernen, allein zu ſein, ſo wie wir es müſſen in jenem letzten, erhabenſten Augenblick, wo der Sterbliche ſich von dem Leben abwendet, das für ihn zu Ende geht, und der Unſterbliche in das neue Leben hinüber⸗ tritt, welches endlos ſein wird. In der Einſamkeit, in der lang fortgeſetzten geiſtigen und ſittlichen Abſonderung, ent⸗ ſteht und bildet ſich der Glaube, der kindliche Glaube. Die Einſamen ſind viel mit Gott.
Eine andere von meinen geiſtigen Eigenthümlichkeiten mag gleichfalls hier erwähnt werden. Die natürliche Rich⸗ tung meines Denkens, genährt durch Einſamkeit und eine Lebensweiſe, in welcher jede geiſtige Tendenz mit den täg⸗ lichen Anfbrderungen des wirklichen Daſeins im Streite lag, trieb mich unaufhörlich, über die wichtigen Fragen zu grübeln, die ſich auf den Menſchen, ſeinen Urſprung und ſein Schickſal beziehen. Da ich ein tiefes und lebendiges
Intereſſe für jede Form des Denkens hege, an welcher die 14*


