Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
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daß jede Prüfung ein verhüllter Segen iſt, und daß jedes Uebel, das den Sterblichen trifft, ſein unſterbliches Heil beabſichtigt. So fing ich denn an, eilig und ernſtlich die Aufgabe zu ſtudiren, welche mir in meinen eigenen Prü⸗ fungen ertheilt worden; ich begann zu unterſuchen, ob nicht Fortſchritt und Gewinn ſelbſt aus ihnen zu ziehen ſei. Mit dem bloßen Entſchluß ſchon kam Glaube und klarere Einſicht, und ich fühlte eine wachſende Kraft, mit welcher vielleicht die Muthloſigkeit überwunden und die Verzweiflung beſiegt werden konnte. Denn Muthloſigkeit und Verzweiflung ſind nichts als Finſterniß, die nur in der Abweſenheit des Lichts exiſtirt; ſie ſind nur Erſcheinungen, welche den Mangel an Glauben und Einſicht bezeichnen. Sollte ich, fragte ich mir, in dem langen, erſchöpfenden Kampfe meines eigenen „dreißigjährigen Krieges“ nicht ſo viel Nerv und Kraft erworben haben, um feſte, hoffnungsvolle Ausdauer für allen ſpäteren Kampf zu beſitzen?

„Da, wo Du ſtehſt, da arbeite und wirke; was die Hand auch zu thun findet, thu' es, mit der Hand eines Mannes, nicht eines Träumers; das ſei Dein unbewußter Segen und Dein überſchwenglich hoher Lohn.“ Iſt dies nicht die erſte und unmittelbarſte Lehre, welche uns der Unterricht des Lebens einprägen ſoll? Einfach die Pflicht erfüllen, die uns durch die Umſtände übertragen worden,