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doch, erinnerſt Du Dich, wie ich für ſie ſchwärmte! Wie mußt Du mich verachtet haben!
Hier verfiel er in Träumerei und die Bilder ſeiner früheren Scheinleidenſchaften zogen wahrſcheinlich an ſeinem Gemüth vorüber, wie die geſpenſtige Reihe von Banquo's Nachkommenſchaft vor Macbeth's Augen. Ich ſah durch ſein Antlitz hindurch— ſeine Lippe zuckte vor Selbſtver⸗ achtung— und las in ſeinen Gedanken. Die Lippe ſank herab und ein halb trauriger Schatten verdunkelte das Licht des Auges, als die Erinnerung ihm ſelbſt weniger unſchuldige Bilder als jene Gegenſtände einer vermeinten Liebe vorführte. Er verlor ſich in grübelnde Selbſtſchau, und ich ſaß ſtill und aufmerkſam.
Zuletzt brach er das Schweigen, und der Ton ſeiner Stimme war ungewöhnlich ernſt und ſorgenvoll, als er ſagte:
„Weißt Du, Grey, Eines beunruhigt mich tief. Wenn ich zuweilen mit Lily ſitze,— ſie ſo ſchön, rein nnd un⸗ ſchuldig— da ſticht meine ſtrafbare Erfahrenheit und mein ſchamwürdiges Wiſſen ſo peinlich gegen ihr friſches mädchen⸗ haftes Denken und ihre ſchuldloſen Erinnerungen ab, daß ich fühle, was für ein niedriges Geſchöpf ich bin, im Ver⸗ gleich zu ihr, wie unwürdig ich einer ſo heiligen, flecken⸗ loſen Liebe bin. Ich muß ewig ein Geheimniß vor ihr


