Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
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haben; es giebt Stellen in meinem Leben, von denen ich nicht zu ſprechen wage! Ach, wenn wir wirklich lieben, bedauern wir ſo bitter die unwiderrufliche Vergangenheit, die wir mit böſen, ſchändlichen Handlungen verfinſtert haben! Was würde ich darum geben, meine Jugend wieder zu haben, um ſie rein zu erhalten und mich ihrer würdig fühlen zu können!

„Fritz“, entgegnete ich,„da kann ich Dir wenig Troſt geben. Ich glaube, es liebt nie ein Mann aufrichtig, ohne etwas von Deiner Scham zu fühlen. Es iſt die bittere Frucht von unſeres alten Adams Schuld und Strafe. In⸗ deſſen, ich fühle leider, das Sprüchwort iſt wahr, daß wir eben ſo wohl unſerem eigenen Schatten entfliehen könnten, als dem Böſen in dieſem Zuſtande des Gefallenſeins. Es iſt nur ein Weg, den Du einſchlagen kannſt, Reue für die Vergangenheit und Sühne für die Zukunft.“

Ich erhielt zu dieſer Zeit oft Beſuche von ihm, und immer gelang es mir, mein Geheimniß zu bewahren. Dies war um ſo leichter, als er zu ſehr mit ſeinem neuen Freu⸗ denfund beſchäftigt war, um ein ſcharfer Beobachter zu ſein. Aber das ängſtliche Verlangen, mein peinlich be⸗ wachtes Gefühl vor ſeinem Auge zu verbergen, gab zu Zeiten meinem Benehmen etwas Gezwungenes, Unnatür⸗ liches. Ich vergaß, daß meine gewöhnliche Art ein Ge⸗