Dieſe Hoffnungen und Fragen füllten die erſte Seite, und ich zögerte, bevor ich das Blatt umwandte. Ich ſehnte und fürchtete mich zugleich, das Entzücken des Liebenden zu leſen, das, wie ich wußte, nun kommen würde, ſie von Jemand nennen und preiſen zu hören, der ſie eines Tages als ſein eigen zu gewinnen hoffte. Ich zwang mich, zu antworten— mit voller Theilnahme und herzlicher Freund⸗ lichkeit zu antworten. Es gelang mir, und die Anſtrengung that mir wohl. Zahlreiche Briefe folgten. Aus einem derſelben— ich nehme den alten, nun vergilbten, ver⸗ blichenen und hie und da ſeltſam zerblätterten Brief aus meinem Pulte hervor— entlehne ich mit einem ängſtlichen Gefühl, welches noch ein leiſer Nachklang der ehemaligen Pein iſt, die folgende Stelle:
„Lily, meine einzige, theure, theure Lily!— ſagt, ſie habe Dich ſehr gern. Ich freue mich darüber, Grey; es iſt mir lieb, daß ſie meinen alten treuen Freund gern hat. Sie ſagt, als ſie Dir zuerſt in ihres Vaters Hauſe in Camberwell begegnet ſei, habe es ihr immer geſchienen, als ob Du einen geheimen Spott unterdrückteſt; als Du ſie in Woodlands beſucht, habe ſie Dich für kalt, ſtreng und ſtolz gehalten; aber diesmal— ach! welch' eine glückliche Zeit iſt es für mich geweſen! ſeieſt Du ihr viel natürlicher und heiterer vorgekommen, und, wie ich Dir ſage, hat ſie


