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Lebens; ja ſie überdauert das Leben ſelbſt und reicht hinein bis in's künftige.
Ich ſaß noch immer hoffnungslos gegen den kalten, rauhen Felſen gelehnt, als ich eine Hand auf meiner Schulter fühlte und Fritz, der ſich unbemerkt genähert hatte, neben mir ſtand. Ich verbarg mein Antlitz, aber obwohl ich ihn nicht ſah, wußte ich inſtinktiv, ſelbſt ehe er ſprach, daß ſein ganzes Weſen von der inneren Erregung einer großen Freude durchſchauert ward. Er war eben ſo voll von Glückſeligkeit, als ich voll Jammer. Die Sterne blickten herab auf zwei Liebende, welche geradezu an den beiden entgegengeſetzten Polen des Empfindens ſtanden— der eine, glühend von einer Wonne, die all' ſeine Träume überſtieg, und der andere für einen Sterblichen faſt zu tief leidend. Ich ſuchte die höchſte Selbſtbeherrſchung zu üben; ich bemühte mich, die zerriſſenen Fäden meines zerſchmet⸗ terten. Denkens und Fühlens zuſammenzufaſſen. Ich wünſchte, o, wie wünſchte ich es! gerecht und treu gegen meinen treuen Freund zu ſein! Ich beſchloß, mit all' meiner Willenskraft mein peinliches Geheimniß vor ihm zu ver⸗ bergen; ich wollte ihm die Qual erſparen, zu wiſſen, daß ſein Sieg ſich auf meine äußerſte Niederlage gründete, daß ſeine glückliche Zukunft ſich auf den Trümmern meines ganzen Lebens aufrichtete. So ſehr hatte ſich unſere Lage


