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Solch' Elend ſcheint unſeren Tritt von der Alltagswelt abzuwenden und nns in einen tiefen ſchwarzen Pfuhl zu tauchen, ſo eng, daß wir die Flügel des Glaubens und Vertrauens nicht ausbreiten können, welche uns empor⸗ heben und tragen würden zur Gnade und Liebe. Ich war betrübt und niedergedrückt; ich lag zerquetſcht und blutend und hatte nicht einmal die Kraft, um Hülfe zu rufen. Das Leben erſchien mir eine Beſchwerde, eine Qual, ein Opfer, ein Weh— warun ſollte ich kämpfen, es länger zu erhalten?
Ich hätte mich in dieſem Augenblick auf das mondbe⸗ ſchienene Ufer niederlegen können, verſunken in den tiefen Schlummer der Erſtarrung,
„Bis ſacht wie Schlaf der Tod mich überzieht,
Und bis ich's fühl', wie in der warmen Luft
Die Wange mir erſtarrt, das Leben flieht,
Und leiſe noch das Meer mir ſummt ein letztes Lied.“
Dieſer hoffnungsloſe, erſchöpfte Empfindungszuſtand war die ſchreckliche Reaktion des erſten großen Paroxismus meines Verluſtes. Ich fühlte mich ſo verloren, ſo ver⸗ laſſen auf Erden. Bei Naturen, wie die meinige, iſt die Liebe keine Blüthe der Schwärmerei, ſondern eine tiefe, innige Leidenſchaft der Phantaſie; ſie iſt verknüpft mit allen Fibern des Seins und verwoben mit dem Traum des


