Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
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lehre das Myſterium der harmoniſchen Geſetze ihres Weſens zu verſtehen ſtrebte— gedachte ich der Myriaden auf My⸗ riaden von Menſchen, auf welchen ihre blickloſen Augen geruht hatten; ich gedachte der Zeitalter, die gleich Wolken unter ihrer unveränderten Glorie dahingezogen waͤren, und ich erinnerte mich, daß in jenem ganzen Zeitraum

„Nie ein Morgen ward zum Abend,

Ohne daß ein Herz zerbrach!“

Wie ich ſo daſtand in der mächtigen Arena der Natur, deren feierliche Ruhe und unausſprechliche Schönheit mit einer Empfindung der göttlichen Allgegenwart erfüllt ſchien, da fühlt' ich, ich— das Geſchöpf in den Hallen des Schöpfers— die Kleinheit meines perſönlichen Kummers, als würden dort in jenem Himmelslichte die Thränen der Sorge zu Edelſteinen verwandelt. Einen Augenblick früher hatte ich geglaubt, kein Weh wäre je dem meinen gleich gekommen; nun fühlt' ich, wie manch' ein wichtigeres Leiden ſchon von der Erde zu demſelben Himmel hinaufgeblickt habe, der ſich jetzt über mir ausbreitete. In der That, dieſer Gedanke beſänftigte meinen Kummer, obwohl er ihn nicht zu unterdrücken vermochte. Die dumpfe Schwere einer eben empfangenen großen Erſchütterung wuchtete noch immer

„Auf Hirn und Sinn und Seele mir.“