Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
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neidete ihn nicht länger um ſein glücklicheres Loos, und ſanftere, ruhigere, obwohl tief ſorgenvolle Empfindungen durchzitterten mein blutendes Herz. Wieder ſaß ich auf meinem wellenbeſpülten Felſen. Ich hielt meine ruheloſen Schritte an, und zum erſten Male, ſeit mich mein Wahn⸗ ſinn zur Bucht geleitet hatte— denn bis jetzt hatte ich nur abwärts geſchaut und mit Augen, die Nichts wahr⸗ nahmen— blickte ich um mich und— über mich.

Die Nacht war ruhig und ſchön. Hoch in den oberſten Schichten der Atmoſphäre trieb eine Heerde dünner, leichter, weißer Cirruswölkchen langſam über den Himmel, während die Bläue der Sommernacht, durchzittert von der Sterne goldenem Licht, zwiſchen den wolligen Flocken der ziehenden Wölkchen leuchtete, die von Zeit zu Zeit ein Sternbild gänzlich verdunkelten oder wenigſtens einen Theil ſeiner Sterne verbargen. Der Mond war verſteckt hinter einer ſchweren Maſſe tieferen Gewölkes, das ſich vom Horizont aus verbreitete, wo Himmel und Erde in Finſterniß in⸗ einanderfloſſen und in einer langen, gezackten Linie endete, hinter welcher die höheren Cirruswolken hervorzukommen ſchienen. Der Rand dieſer zackigen Wolkenlinie war be— ſäumt mit einem bleichen, unbeweglichen Licht, welches das Verſteck des Mondes verrieth, und als ich hinblickte, trat er plötzlich hinter der langen Wolkenbank hervor und ergoß