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ſie war nicht— konnte mir nicht verloren ſein— für immer! Ich hatte ihr ja noch nie von meiner Liebe geſprochen; ich hatte auf's Peinlichſte— und mit wie viel Anſtrengung!— jede Kundgebung meiner tiefinnigen Zärtlichkeit verheimlicht. Wenn ſie mich hörte— ach, ſollte ſie mir nicht vergelten? Dann wieder verdunkelte die jäh hereinbrechende Fluth meiner großen Sorge jeden Hoffnungsſtrahl und ließ mir nur die Finſterniß der Verzweiflung. Aus jener leeren Finſterniß erſtand der Gedanke an ihn, an ihn, nicht als an meinen alten theuern Freund, ſondern als an meinen Beleidiger, Verräther,— meinen Nebenbuhler. Nebenbuhler! Welcher ſtolze Mann könnte ſich je erniedrigen zur Nebenbuhlerſchaft in der Liebe? Warum betteln, ſchwänzeln und intriguiren gegen einen Andern? warum ſich mitbewerben und wett⸗ eifern und manövriren, durch Geſchick und Liſt eine Liebe zu erlangen, welche aus der Wahl der Seele entſpringen, Alles in der Welt ſonſt überſehen und unbeſtritten auf Einen ſtrahlen muß? Nebenbuhler konnten wir nimmer ſein— aber Feinde, ja. Und er ſollte mir weichen, weichen einem klaren ältern Recht, ſo wie der Macht und Majeſtät meines Willens, welcher ſo kräftig in mir ſtrahlte, daß mein Leib zitterte, dieſe geiſtige Macht feſtzuhalten. Sollte er ſie mir entreißen, ſie, nach der ich aus meinem dürren, fruchtloſen Leben ge⸗ trachtet hatte, wie die Motte nach dem Stern? Nimmer⸗


