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Beredtſamkeit der Angſt fühlte ich meine Verzweiflung gip⸗ feln„zu erhabener Macht“. Und dann dachte ich wieder an ſie. Ich ſchwelgte in der Qual, ihr reines, ſüßes Bild vor meine fieberhaften Augen zu ſtellen in ſeiner ganzen Glorie, in all' ſeinem Zauber. Ich ſah ſie ſo, wie ſie Anderen erſcheinen mochte; dann aber, über eine ſo kalte Werthſchätzung entrüſtet, malte ich ſie in dem vollen Fluge und Schwunge der Phantaſie, wie ſie mir, mir allein er⸗ ſchien. Konnte je ein Andrer ſie lieben, wie ich? ſo zärt⸗ lich, ſo ergeben? War das nicht ein anderer Reichthum als Gold? Konnte ich nicht wenigſtens einen Schatz von Liebe darbringen, reich genug,„eine ganze Wüſte auszu⸗ füllen?“ Die Begeiſterung meiner Abgötterei durchſchauerte mich mit dem Gefühl, daß ich ſie noch jetzt gewinnen müſſe, daß kein Herz ſo weit ſei, eine Liebe zu faſſen, ſo mächtig, wie ich die meine fühlte, und die dennoch umſonſt geweſen ſein ſollte.
O, es war eine Stunde des Wahnſinns; nur daß Wahnſinn nicht mit ſolcher Todesangſt tobt, ſich nimmer ſolcher Pein bewußt iſt, wie ich ſie damals fühlte. Und doch war mein Denken nicht zuſammenhängend, ſondern eilte von Weh zu Weh, wie der raſche Blitz von Wolke zu Wolke fährt. Eine kurze, glühende Sekunde lang dachte ich, es möchte noch Hoffnung ſein. Sie, ſo verehrt, ſo angebetet,


