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ein Intereſſe, welches ihm, wie ich ſehen konnte, auch ſeiner ſanften Zuhörerin mitzutheilen gelungen war. Lily und Fritz hatten das Zimmer verlaſſen. Ich bildete mir ein, daß ihre Abweſenheit ein ſcherzhafter Verweis für meine ſchlechte Lebensart ſei, und da ich ungewiß war,— ſo wie ein plötzlich erwachender Menſch ungewiß iſt, wie lange er geſchlafen hat,— wie lange ich bei meinem Buch mich ſelbſt vergeſſen, ſo fühlte ich mich ſehr beſchämt und hatte faſt Bange, ihnen gegenüber zu treten. Nach einer Pauſe des zögernden Schwankens beſchloß ich, ihnen zu folgen, und für meine Vergeſſenheit durch ein reuiges Bekenntniß und eine Bitte um Entſchuldigung zu büßen. Mein Ent⸗ ſchluß war um ſo raſcher gefaßt, als ich es nicht ertragen konnte, in dem durch ihre Gegenwart geheiligten Hauſe lange von Lily getrennt zu ſein. Ich hielt es der Schön⸗ heit des warmen Sommerabends nach für wahrſcheinlich, daß ſie in den Garten gegangen ſeien, ließ mich leiſe und unbemerkt durch das offene Fenſter gleiten— eines von denen, welche bis zum Boden reichen und ſich unterhalb der Mitte öffnen— und ſchritt zum Garten. Für einen Augenblick hielt ich an, den Duft der rings um die Pforte gezogenen und auf einem zierlichen Geſtelle in Vaſen blühen⸗ den Blumen zu genießen, Blumen, welche beide Damen
ſehr liebten. Dann ſchlenderte ich den glatten, weichen Die drei Pfade. II. 2


