einzige Tochter war verheirathet und lebte in der benach⸗ barten Grafſchaft. Seiner Häuslichkeit ſtand eine alte Wirthſchafterin vor, welche von Jugend an bis zum Alter auf dem Rektorat gelebt hatte und wahrſcheinlich bis zum Tode da zu leben gedachte. Das Gemiſch von Anhänglich⸗ keit und Unterwürfigkeit, das ſie für den Rektor hegte, war halb rührend, halb beluſtigend. Sie konnte bei ſich ſelbſt niemals ſeinen amtlichen und häuslichen Charakter ganz vereinbaren; ſchwer nur konnte ſie begreifen, daß der ſtatt⸗ liche„Pfarrer“, welcher in rauſchender Robe mit andäch⸗ tigem und ehrfurchtsvollen Blick auf die Kanzel ſchritt, um dort zu halten, was die alte Alice ſehr richtig als„ſo ſchöne Predigten“ bezeichnete, derſelbe Mann ſei, der am eignen Herd mit freundlicher Theilnahme auf ihr Geplau⸗ der hörte und ſo einfach, ſo leicht erfreut und befriedigt war. Uebrigens hielt ſie das Rektoratshaus in guter Ord⸗ nung und machte es ihrem muntern alten Herrn bequem, indem ſie ihm Alles ſo einzurichten ſuchte wie„zu Miſſi's Zeit“; und das gefiel dem Rektor am beſten.
Kehren wir nun aber zu jenem Abende zurück, an dem ich ihn zuerſt ſah.
Fritz wurde mit Fremden viel ſchneller bekannt, als ich, aber beide fühlten wir uns in ungewöhnlichem Grade zu dem heitern und doch ehrwürdigen alten Manne hinge⸗


