Teil eines Werkes 
2. Th. (1860)
Entstehung
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allein war er ein ſtrenger, rückſichtsloſer Feind; alle menſch⸗ lichen Dinge, welche den Stempel der Wahrheit trugen,? hatten Bedeutung für ſein tiefes Wohlwollen und ſeinen um⸗ faſſenden Geiſt und er nahm warmen Antheil an allem Thun und Treiben der Menſchen. Indem er dem Menſchen Liebe zuſtrahlte, ſetzte er ſeine kleine Pfarre mit der unſicht⸗ baren Quelle aller Liebe in Verbindung. An ſeine kleine Heerde und ſein ſtill verborgenes Vicariat durch fromme Er⸗ gebenheit gefeſſelt, würde er, glaub' ich, ſeine beſcheidene Stelle kaum für die weltlichen Würden und jene geiſtlichen Be⸗ förderungen vertauſcht haben, welche erfordern, daß ihre In⸗ haber die Frucht des verbotenen Baumes gekoſtet haben und ihre wohl bewußte Schande klüglich bemänteln. Er wurde von ſeinen Pfarrkindern angebetet, beſonders aber von den armen, den betrübten und kummerbeladenen. Eifrig ohne Bigotterie, rein ohne Aſcetik, gelehrt ohne Pedanterie, zart ohne zerfloſſen zu ſein, mildthätig ohne Prahlerei, das Rechte thuend, weil es recht iſt, handelte er, wie ſtets des unſichtbaren Auges ſich bewußt und lebte ein Fleiſch ge⸗ wordenes Band zwiſchen dem Sichtbaren und Unſichtbaren ein Leben ſo edel, als es dem Menſchen erreichbar iſt das Leben eines echten Prieſters.

Er war zu der Zeit, von welcher ich ſchreibe, Wittwer; aber obwohl viel allein, war er doch niemals einſam. Seine