Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
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Motiv geſtaltet nicht immer die Folgerung. Zurückhaltung iſt oft gut, aber Zwang iſt faſt immer ein Uebel. Der indiſche Fakir, der viele Jahre hindurch ſeinen Körper in eine qualvolle unnatürliche Stellung zwingt, kann ſeine natürliche Haltung und Bewegung, ſeinen aufrechten Gang nicht wieder annehmen. Wir ſetzen Pfähle rings um die jungen Bäumchen und ſuchen ſie zu ſchützen, und dieſe Pfähle können ihnen Stützen ſein, ſo lange ſie grün und zart ſind; aber ſie müſſen fortgenommen werden, ehe der Baum ſich entwickelt, ſonſt verletzen ſie ihn, engen ihn ein und verunſtalten ihn. Das große Problem des Lebens iſt vielleicht, Intelligenz und Spiritualismus miteinander zu verſöhnen, und alle langen und ermüdenden Kämpfe zwiſchen unſern natürlichen Anlagen und dem, wozu wir verurtheilt ſind, werden, wenn ſie auch die Seele nicht beflecken, wenigſtens dem Gemüth eine falſche Richtung geben und das Empfinden krankhaft machen. Mein Loos hatte dieſe Wirkung auf mich. Ich wußte und fühlte es bitter genug, als die erſte Liebe mein Weſen bis in ſeine Tiefen er⸗ ſchütterte. Noch klarer ſeh' ich es jetzt, wo ich auf der Höhe der Zeit ſtehe, weit ab und hoch über meiner jugend⸗ lichen Leidenſchaft und ihrem Schickſal.

Bei den meiſten anderen Männern in demſelben Alter würde eine ſo tiefe Liebe, wie ich ſie fühlte und ich