Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

133

ſeit Beginn der Welt nicht nnterbrochen worden war. Er konnte von den Abenteuerfahrten der Holländer, Portugieſen und Engländer erzählen; und ſeine eigne Liebe für athletiſche Uebungen, die an den Ufern des Cam und der Themſe groß gezogen worden, ſein eigner kühner Geiſt, der ihn ohne die gelehrte Bildung, die er genoſſen, eher zum See⸗ manne, als zum Juriſten tauglich gemacht hätte, flößten ihm für ſein Thema ein Intereſſe ein, welches in ſeinen genauen und lebendigen Skizzen der alten Seehelden ſichtbar ward. In Folge meiner nicht zu unterdrückenden Gewohnheit des Beobachtens habe ich im langſamen Verlauf gedanken⸗ reicher Jahre eine ſtarke Neigung zu geiſtiger und innerer Analyſe erworben. Ich bin kaum im Stande, mich ganz und gar einer Empfindung zu überlaſſen, ſondern wenn ich fühle, frage ich mich ſelbſt noch, warum ich fühle, und vergifte mir häufig den Genuß durch die Betrachtung, warum ich genieße. Es iſt eine unglückliche Eigenſchaft, eine Krankheit des einſamen und freudeloſen Gemüths, immerfort auf ſich ſelbſt Beute zu machen und ſich der flüchtigen Stunde nie ganz hinzugeben.

Auch als ich Fritz zuhörte, erwachte dieſes Gefühl wieder in mir, und gerade im Vergleich zu ihm war mir dieſe meine geiſtige Anlage am ſtärkſten aufgefallen. Er beſaß die friſche, fröhliche, anregende Spontaneität, welche meinem