Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
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hellen, regen Begeiſterung der Jugend, nur gemäßigt, aber nicht gedämpft durch die Lehre der trüben Erfahrungen, durchzuckte einmal wieder mein ganzes Weſen. Und Lily ſang— ihre ſüße Stimme klingt noch immer in meinem Ohr, wie ſie damals in meinem Herzen ein Echo fand— ſie fang unter Anderm mit tiefſtem Gefühl und mit dem einfachſten Geſchmack jene ſüß⸗traurige Ballade vom„alten Robin Gray“, in der für mich ein ganz unausſprechliches Pathos und eine unendlich zarte Melancholie liegt. Ich ſaß in einem ſtillen Winkel des dämmerlichen Zimmers— o, wer möchte Muſik beim grellen Licht hören?— und fühlte, wie verzaubert, den tiefſten Reiz des Geſanges, fühlte in der That, daß diejenigen die Muſik nicht kennen, welche ſie ſuchen in dem heißen und

„— dunſt'gen Saal, wo vor dem luſt'gen Haufen

Die eitle Sängerin den Buſen bläht

Zu künſtlichen Rouladen“.

Als das Licht hereinkam, ward ich zum Vorleſen auf⸗ gefordert. Denn in meiner raſtloſen und aufgeregten Jugend, immer voll thätigen Strebens, das zwar nie ſein Ziel erreichte, aber dennoch ſtets verſuchte, ſich in die Regionen hoch über dem Kerker meines niedern Ranges emporzuſchwingen, hatte ich mich gleich Wilhelm Meiſter auf dem Soccus und dem Kothurn verſucht und hatte—