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Heldenmuth veredelt, oder mit Wahrheit erleuchtet haben. Wünſche ich Geſellſchaft um mich zu haben? wo find' ich eine höhre Ritterlichkeit, als die eines Sidney oder Bayard? Wo treff' ich unterhaltendere, witzigere, würdigere Kameraden an, als jene, die mir aus den magiſchen Blättern entgegen⸗
treten? Suche ich Nahrung für die Phantaſie, Uebung für
den Verſtand, Erkenntniß für den Geiſt, Pathos für die Leidenſchaft, Weisheit für's Leben, Schwung für die Ein⸗ bildungskraft, Inſpiration für die Seele— bin ich nicht umgeben von den Genien, die gefallen, unterrichten, rühren, erſchüttern und erheben können? Und wenn dir ſo viel ge⸗ währt iſt, warum ruheloſes, undankbares Herz, warum ſchmachteſt du nach der menſchlichen Liebe, die dir verſagt i*ſt, verſagt ohne Zweifel aus Weisheit und aus Liebe? Zwei Jahre hatten Lily ein wenig verändert. Ich vermißte etwas von dem fröhlichen Eigenwillen, von der ſchalkhaften Munterkeit. Sie war augenſcheinlich gedanken⸗ voller geworden, obwohl das Denken nur erſt im leichten, roſigen Wölkchen durch die helle, ſonnige Natur dahinzog. Aber ſelbſt für die Heiterſten und Glücklichſten iſt das Leben eine feierliche und ehrfurchtgebietende Sache, und es kommt in jedem Leben eine Zeit, für Frauen ſowohl als für Männer, wo die ſorglos freudige Kindheit ſchwindet und wo wir fühlen, daß es ein ernſtes Ding iſt, zu ſein, in einem


