Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 159—

und eleganter Frauen. Die Blumen,— nicht allein durch ihr Vorhandenſein, ſondern noch mehr durch ihre Auswahl und Anordnung;— die Muſtkalien und Bücher, tauſend kleine, ſchwer aufzuzählende, aber leicht zu entdeckende Dinge, bewieſen, daß der Ort durch Frauen jener Art bewohnt wurde, deren Lararium immer transportabel iſt, und die, wohin ſie auch gehen, die holden Einflüſſe einer ſchönen und glücklichen Heimath mit ſich führen.

Ich blicke mich zuweilen nach einem ſolchen Beſuch in meinem eignen armen, kleinen, unbehaglichen Zimmer um und wünſche, daß ſolch' ein heiligender und fänf⸗ tigender Einfluß hier regieren möchte. Aber Muth! dieſes geringe Zimmer empfängt noble Gäſte, und die Geiſter wenigſtens der von fleiſchlichen Flecken geläuterten Beſten und Weiſeſten der Erde beſuchen es in Liebe. Der Himmel hat die Armuth nicht aus den göttlichen Reichen der Literatur ausgeſchloſſen, und Gedanken, mit denen wir oft unſichtbare Engel unterhalten, können in einer Atmoſphäre gedeihen, die des irdiſchen Glauzes ent⸗ behrt. In dieſem Zimmer kann ich„Plato's Geiſt aus ſeinen Bahnen reißen;“ da kann ich mit Shakspeare ver⸗ kehren, mit Milton, Dante und Göthe; da kann ich des Umgangs aller Poeten, Philoſophen oder Denker genießen, welche die Erde mit Schönheit und Liebe erheitert, mit