Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 156—

das Geheimniß meiner frühen hoffnungsloſen Leidenſchaft enthüllt; nie hatte ich zu ihm auch nur von Lily ge⸗ ſprochen. Wir hegen ſo reine und hohe Ideale in dem Adytum unſrer geheimſten Seele, und eine Verſchämtheit des Empfindens, eine gewiſſe Verſchwiegenheit über ein uns liebgewordenes Gefühl verhindern uns, die Pforte der geheimnißvollen Kammer durch einen fremden Fußtritt zu entweihen. Ich hatte ihm indeſſen Miß Weſton's Ein⸗ ladung zu überbringen, doch bebte ich eigenthümlicher Weiſe davor zurück und verſchob unentſchloſſen die Mittheilung, die ich ihm doch machen mußte. 5 „Nachdem Mrs. Fieldfare uns unſer Mittageſſen ge⸗ reicht, einen prächtigen Fiſch, dem eine Keule folgte, die kürzlich noch das perſönliche Eigenthum eines dahingeſchie⸗ denen Lammes geweſen war, ſammt den etceteras, zog Fritz ſeinen Rock aus und warf ſich mit dem ihm eignen Talent für maleriſche Stellungen auf's Sopha, mit den Beinen ein gut Theil höher gelegen als mit dem Kopf, und fing an,„Monte Chriſto“ zu leſen und die Nachmittagspfeife zu rauchen. „Fritz“, ſagte ich,„höre einen Augenblick auf, zu leſen. Ich habe eine Einladung für Dich“. „Verd— ſeien alle Einladungen“, antwortete Fritz ein⸗ fach, ohne ſein Auge vom Buch abzuwenden.„Ich kam