dramatiſchen Geiſt doch beſſer, junger Neoophyt! Shaks⸗ peare ſagt nichts dergleichen; Emilie ſagt es, und es trifft genau zu bei den Emilien dieſer Welt. Aber erinnere Dich, zu wem ſie es ſagt und wie es beantwortet wird. Lies die wundervolle dritte Scene des vierten Aktes von Othello noch einmal. Es iſt mir lieb, daß Du mich daran erinnerſt. Das Geſpräch zwiſchen dieſen beiden Frauen iſt in der That ein ſchönes Beiſpiel für meine Behauptung.“
„Aber,“ fuhr Fritz fort,„erinnere Dich, wie oft Du geſagt haſt, daß geiſtiger Umgang einem Manne viel nö⸗ thiger iſt, als ſelbſt eine große Leidenſchaft. Wie ſchwer iſt es, in der Frau einen Umgang zu finden! Du kannſt eine Geliebte ſinden, ja, eine Zauberin, ja; aber eine Um⸗ gangsgefährtin, nein! Denk an die Trivialität, die Un⸗ wiſſenheit, die kleinliche Albernheit, die niedern Intereſſen, die armſelig flachen Gedanken, die leere Gleichgültigkeit gegen alle großen und erhabenen Dinge. Denke an den äußerſten Mangel aller Sympathie im Geiſt einer Frau für das beſte Streben und die höchſten Ideen eines Mannes. Zuweilen,“ fügte Feitz ſinnend hinzu,„mögen ſie eine Art von geiſtiger Sympathie zur Schau tragen und Dich ſo in der Hitze der blinden Leidenſchaft betrügen, denn ſie ſind ſehr geſchickt in der Verſtellung, in aller Liſt und


