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war gewichen und das innere Denken, durch ſeine äußere Miene und Haltung ſehr klar ausgedrückt, war ſanfter und liebevoller geworden. Ich ſah dies als einen großen Triumph an, obſchon ich weder Eitelkeit noch Donquixoterie genug beſaß, um zu erwarten, daß er in Folge einer Unterhal⸗ tung ſeine Meinung widerrufen, oder den ganzen Strom ſeines Empfindens ändern würde oder könnte. Die Fluth muß erſt auf's Höchſte geſtiegen ſein, bevor die Ebbe ein⸗ tritt, und ſein ganzes Herz war ja tief erbittert durch em⸗ pörende Vorfälle und unedle Erfahrungen. Es mußten daher glücklichere Ereigniſſe und edlere Erfahrungen abge⸗ wartet werden, um ſeine endliche Bekehrung zu bewirken. Vollkommen wahr ſagt das Motto, welches ich von Göthe's Weltweisheit entlehne:
„Grau, theurer Freund, iſt alle Theorie,
Und grün des Lebens gold'ner Baum.“
„Was Du über Geiſt und Fleiſch bemerkſt,“ äußerte Fritz nach ziemlich langem Schweigen,„ſo glaube ich, iſt nicht viel dahinter. Erinnere Dich, wie Roſalinde und Celia ſprechen, ſobald ſie allein ſind. Erinnere Dich auch, was Dein Liebling Shakspeare von den Frauen ſagt, daß ſie„eben ſo ſchwach ſind, als die Männer.“
„Ich bin überraſcht, Fritz,“ erwiderte ich,„Dich be⸗ haupten zu hören, daß Shakspeare ſo ſagt. Verſteh' den


