Teil eines Werkes 
1. Th. (1860)
Entstehung
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eine tiefe Sympathie mit dem jungen edlen Herzen, deſſen erſte Ideale zertrümmert lagen gleich einem zerſtörten Tem⸗ pel, während Blumen und Ranken mitten unter zerbrochenen Säulen und wirren Trümmern ſproßten.

„Fritz,“ ſagte ich,„alter Junge, Deine griechiſche Rhap⸗ ſodie war wirklich hübſch, obwohl es vielleicht ein Glück für Dich iſt, daß ich nicht gelehrt genug bin, um ſie in Stücke zu zerreißen. Davus sum, non Oedipus— ich bin kein Bentley. Aber Du wirſt das Klaſſiſche nun doch mit dem Gothiſchen vertauſchen müſſen. Du wirſt lernen müſſen, was der erhaben edle Sinn des Chriſtenthums der Kunſt gelehrt.„Menſchen können auf den ſteinernen Stu⸗ fen ihres eignen todten Selbſts zu höheren Dingen empor⸗ ſteigen,“ und ich verzweifle nicht an Dir. Was das Ar⸗ gument betrifft, aus welchem Deine Rhapſodie wie eine Blume aus einem alten todten Gemäuer entſproß, ſo will ich Dir jetzt keine beſtimmte Antwort darauf ertheilen, weil ich Dich in wenigen Monaten die Moral jener hübſchen Fabel,„le cheval dompté,“ zu lehren hoffe.“

„Du willſt mir nicht antworten,“ erwiderte Fritz, deſſen Aufregung noch keineswegs gewichen war,„weil Du nicht kannſt. Ich habe Recht, Grey, und Du weißt es. Für mich ſind die Hetären, die ewig reizenden Hetären! In ihnen iſt wenigſtens Wahrheit; ſie geben nicht vor,