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nur völlig verwirklichen könnte, kein edleres Trachten als das, welches den Menſchen dahin bringt, alle Hoffnung von dem Hier auf die Zeit nach dem Hier zu übertragen. Das iſt allerdings bitter, aber ſolche Bitterkeiten ſind in der That ſtärkende Arzeneimittel. Ich war viel älter als Fritz, zwar nicht an Jahren, aber an Stunden und Mi⸗ nuten; an ernſter Erfahrung und an trauriger Erkenntniß des wirklichen Lebens und ſeiner Leidenſchaften. Ich hatte viel tiefer gedacht und viel ernſter empfunden. Shelley ſagte, er ſei mit fünfundzwanzig Jahren wahrhaftig ein älterer Mann geweſen, als ſein Vater; Göthe war etwa mit denſelben Jahren beinahe älter, als die deutſche Literatur. Unſer plumpes Hülfsmittel, das Leben wie die Zeit nach Jahren zu rechnen, reicht allein hin, um zu beweiſen, wie endlich unſere Fähig⸗ keiten, wie verwirrt unſere Abſchätzungen der ſubtilſten Dinge ſind. Ach, es giebt keinen Lehrer wie den Kummer, keinen Mentor wie lang ſich dahinſchleppende Jahre auf⸗ geſchobenen Hoffens.
Der Blick auf Fritzens fröhliche Jugend und ſeine noch glänzenderen Hoffnungen für die Zukunft that mir wohl; er war„eine Frühlingszeit in dem dürren Winter meines Lebens,“ die ich nicht mit Neid oder Trübſinn, ſondern mit aufrichtiger Freude und Theilnahme betrachtete. Vor


