ihm lag eine Carrisre; er hatte Bekanntſchaften und Aus⸗ ſichten, hohe Hoffnungen und ehrgeizige Beſtrebungen. Auch wußte ich, daß er ſich, wenn erſt ſeine Tändeleien mit den Blumen des Armidagartens der Jugend aufhörten, dann männlich in den Kampf nach Ruhm ſtürzen und wohl auch nicht verfehlen würde, den Ruhm durch die Liebe zu ver⸗ ſchönen. Aber wir gewinnen Kraft durch die Pflicht und Ruhe aus der entſchwundenen Sehnſucht, und ſo hatte auch ich meinen ſchmerzlichen Widerwillen gegen mein eigenes Loos und in der That alle krankhaften Empfindungen ſo weit überwunden, daß ich das wärmſte Intereſſe an dem glücklichen Geſchick Anderer nehmen konnte. Wenn auch bekümmert, ſo war ich doch ſelten bitter; ich ſtudirte ſtill und eifrig, Beides, Menſchen und Bücher; ich ſah tief in das große Geheimniß des Seins, und prüfte mit ſcharf⸗ blickender Aufmerkſamkeit das große Drama des Lebens, der Charaktere und Leidenſchaften, in dem ich ſelbſt ſo wenig zu thun hatte, dem ich vielmehr, wie Addiſon, nur als Zuſchauer beiwohnte.
Der Schlummer unſerer Unterhaltung, der mir ſo lange geſtattete, mit dem Leſer zu plaudern, ward indeß zuletzt unterbrochen.
„Fritz!“ rief ich.
„Nun?“ und Fritzens Stimme, die durch den Rauſch


