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Am frühen Morgen nach jenem Scharmitzel verbreitete ſich in Independence die Nachricht, daß die Mormons gegen die Stadt im Anzuge wären, um ſie zu plündern und zu verbrennen. Ich hatte oft das Geſchrei„Indianer!“ gehört, das die Annäherung feindlicher Wilden ankündigte, aber ich erinnere mich nicht, je eine ſolche Beſtürzung geſehen zu haben, als bei jener denkwür⸗ digen Gelegenheit in der Stadt herrſchte. Der Lärmruf erſcholl fern und nahe, und Bewaffnete ſtürzten kampfluſtig von allen Seiten herbei. Offiziere wurden ohne Rückſicht auf Rang oder Stand erwählt, die Töne der ermuthigenden Trommel und der „ohrdurchdringenden Pfeife“ erfüllten die Luft, und in ſehr kurzer Zeit zog ein kleines Heer von ſo tapferen und entſchloſſe⸗ nen Burſchen, als je ein Schlachtfeld betraten, durch die Straßen. Nach einer kurzen Einübung rückten ſte bis zu einem gewiſſen Punkte auf der Landſtraße vor, wo ſie die Mormons erwarten wollten. Die Feinde erſchienen bald, aber überraſcht, einen ſo furchtbaren Empfang zu finden, verſuchten ſie es nicht, ein Gewehr abzufeuern, ſondern ergaben ſich ohne Bedingung. Sie wurden ſogleich entwaffnet und ſpäter unter der Bedingung frei⸗ gelaſſen, das Land ohne Zögerung zu räumen.
Bald nach dieſem Vorfalle, in der Nacht vom 12ten No⸗ vember, zeigte ſich die viel beſprochene Lufterſcheinung eines me⸗ teoriſchen Regens. Dieſe außerordentliche Heimſuchung blieb nicht ohne Wirkung auf die abergläubigen Seelen einiger unwiſſenden Menſchen, die ſich fragten, ob nicht am Ende die Mormons doch recht haben möchten, und ob die Erſcheinung nicht ein vom Himmel kommendes Zeichen der Mißbilligung ihrer gegen jene erwählte Secte begangenen Ungerechtigkeit wäre. Einige Zeit nachher ereignete ſich ein furchtbares Unglück, das keineswegs geeignet war, die abergläubigen Beſorgniſſe der Unwiſſenden zu ſtillen. Acht bis zehn Bürger kehrten mit der Fähre zurück, auf welcher die letzten Mormons über den Fluß Miſſouri in die Grafſchaft Clay gebracht wurden, die zu ihrer neuen Heimath be⸗


