Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
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die alten Anſiedler konnten nicht daran denken, ihre Familien mitten in dem verderbten geſellſchaftlichen Zuſtande zu erziehen, den die Mormon⸗Secte einführte. Das Uebel wurde jedoch ge⸗ duldig ertragen und ohne irgend einen Verſuch, Vergeltung zu üben, bis dieHeiligen die Drohung ausſprachen, ihre Wider⸗ ſacher mit offener Gewalt zu verdrängen. Dieſer unverſchämte Streich regte auf einmal den ſchlummernden Muth der ehrlichen Hinterwäldler auf, deren einige zu den erſten Anſtedlern in Miſſouri gehört und in den furchtbaren Kämpfen mit den wilden Indianern Gefahren kennen gelernt hatten. Sie waren daher keineswegs geneigt, aufzugeben, was ſie als ihre Rechte betrach⸗ teten. Es wurden öffentliche Verſammlungen gehalten, um Mit⸗ tel zur Abhilfe aufzufinden, wodurch aber die Unverſchämtheit der Secte nur noch mehr geſteigert ward. Endlich ward ein Pö⸗ belhaufen aufgeboten, welcher alsbald die verhaßte Druckerpreſſe der Mormons zertrümmerte und Alles zerſtörte, was ihm in die Hände fiel. Einige Häupter der Secte, die in die Gewalt des Volkes geriethen, wurden mit Theer und Federn bekleidet und ſonſt hart gezüchtigt. DerProphet Joſeph aber war zu jener Zeit nicht in Independence. Er hatte die Gewitterwolken be⸗ merkt, die ſich am Horizonte zuſammenzogen, und war weislich in Ohio geblieben, wo er ſeine flammenden Befehle ausgehen ließ.

Dieß ereignete ſich im October 1833, und ich kam von Santa Fe nach Independence, als die Aufregung aufs höchſte geſtiegen war. Die Mormon⸗Secte hatte ſich ungefähr zehn Meilen weſtlich von der Stadt zuſammengezogen, wo ihre veſte⸗ ſten Anſtedelungen lagen. Man erwartete ſtündlich den Aus⸗ bruch von Feindſeligkeiten, und es kam auch bald nachher zu ei⸗ nem Scharmützel, worin ein achtbarer Rechtsgelehrter in Inde⸗ pendence, der ſich durch ſeine eifrige Thätigkeit gegen die Mor⸗ mons ausgezeichnet hatte, ſeinen Tod fand. Das ganze Land war in furchtbarer Gährung.