Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
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ſtimmt war. Die Fähre füllte ſich mit Waſſer und ſank mitten im Strome, wodurch drei bis dier Menſchen umkamen. Vielleicht war das Fahrzeug gebrechlich, aber einige Leute argwöhnten, die Mormons hätten kurz vor ihrem Abſchiede den Boden heimlich angebohrt, um es zu verſenken.

Dieverfolgten Heiligen wurden in der Grafſchaft Clay freundlich aufgenommen, aber nach einem Aufenthalte von eini⸗ gen Monaten hatten ſie ſich den Bewohnern ſo verhaßt gemacht, daß ſie genöthigt waren, nach einem neuen Sitze zu wandern. Sie ſuchten ſich in der neu gegründeten Grafſchaft Caldwell nie⸗ derzulaſſen, wo ſie eine Stadt anlegten und einige Jahre ziem⸗ lich friedlich lebten. Als die Grafſchaft aber ſich mit Anſiedlern füllte, brachen mehrmals Zwiſtigkeiten aus, bis die Mormons endlich im Jahre 1838 wieder in offenem Kriege mit ihren Nach⸗ barn waren. Sie ſcheinen ſich gegen die Staatsgeſetze aufge⸗ lehnt und die Ruhe ſo ſehr geſtört zu haben, daß der Gouver⸗ neur ſich genöthigt ſah, eine Abtheilung der Miliz gegen ſie ab⸗ zuſenden, die ſie ohne Blutvergießen zum Gehorſam brachte. Seitdem hegten die Mormons eine tödtliche Feindſchaft gegen den Gouverneur, und ein Mordverſuch, den man ſpäter in Indepen⸗ dence gegen ihn machte, ward allgemein ihnen zugeſchrieben.

Noch einmal zur Auswanderung gezwungen, zogen ſie nach Illinois, wo ſte die Stadt Nauvoo gründeten. Wie es ſcheint, wurden ſie in jenem Staate noch wohlwollender und nachſichti⸗ ger aufgenommen als irgendwo, da man ſie allgemein für Opfer einer religiöſen Verfolgung hielt, aber manche Umſtände deuten an, daß die Bewohner von Illinois ſeitdem ihrer eben ſo müde geworden ſind als ihre früheren Nachbarn. So viel möchte klar ſein, daß ſchwärmeriſche Bethörung nicht die einzige Sünde iſt, die dem Betragen dieſer Menſchen ſo vielen Tadel zugezogen hat, ſonſt würden ſie doch irgendwo beſtändige Freunde gefun⸗ den haben, wogegen es bekannt iſt, daß ſie überall, wo ſte ſich aufhielten, Gegenſtände des allgemeinen Widerwillens geworden ſind.

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