Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
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ſelten im Herbſte ſo weit öſtlich als während des Frühlings, da ſte das lange dürre Gras in den öſtlichen Prairieen nicht gern freſſen, aber ich ſah ſie früher nie ſo ſelten in jener Gegend. In allen Jahreszeiten ſind ſie in der Regel ſehr häufig ſo weit öſtlich bis zu der Stelle, wo wir den Arkanſas verließen.

Als wir die Anſtedelungen an den Gränzen der Vereinigten Staaten erreichten, hatte ich eine Gelegenheit, eine Täuſchung zu erfahren, die früher manchem Reiſenden nach der Rückkehr aus den Prairieen begegnet war. Gewohnt, ſeit einigen Monaten unſere kleinen Maulthiere und die eben ſo kleinen mejicaniſchen Klepper zu ſehen, waren unſere Blicke mit den körperlichen Ver⸗ hältniſſen dieſer Thiere ſo bekannt geworden, daß die gemeinſten Miethpferde an den Gränzen der Vereinigten Staaten uns faſt wie Ungeheuer erſchienen. Oft hörte ich neue Ankömmlinge aus⸗ rufen:Wie weit man in Miſſouri in der Verbeſſerung der Pferdezucht vorgeſchritten iſt! Was für ein ungeheuerer Wallach! Die Gränzbewohner wiſſen dieſe Täuſchung oft zu benutzen, um den Reiſenden ihre ſchlechteſten Pferde zu ungeheueren Preiſen aufzuſchwatzen.

Am 11ten Mai kamen wir nach einer glücklichen Reiſe von nicht mehr als acht und dreißig Tagen in Independence an. Wir fanden die Stadt in einem blühenden Zuſtande, obgleich ſie ei⸗ nige Jahre vorher durch die Mormon⸗Secte, die dieſen Theil des Landes zum Sitze ihres neuen Jeruſalem auserſehen hatte, beinahe verwüſtet worden war. Die Secte verrieth in dieſer Wahl mehr Geſchmack und Verſtand, als man ihr ge⸗ wöhnlich zuſchreibt; denn die reiche und ſchöne Umgegend von Independence kann mit Recht der Garten des fernen Weſtlan⸗ des genannt werden. Ihr Hauptbeweggrund aber, das Graͤnz⸗ land vorzuziehen, mochte der Wunſch ſein, in der Nähe der In⸗

dianer zu leben, da die Bekehrung derverlorenen Stämme

Iſraels zu ihrem angeblichen Berufe gehörte. Vor dem Jahre 1833 hatte die Mormon⸗Secte, die zu je⸗ ner Zeit in großen Schwärmen nach jener geſegneten Gegend