Teil eines Werkes 
1. Th. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

188

ſondern wohnen in Wigwams oder Zelten von Häuten und Decken. Sie machen keine Manufakturarbeiten, bauen nichts an, gehen ſelten auf die Jagd, da ihr Gebiet ohne Wild iſt, und ihre große Volksmenge, unter welcher wenigſtens zweitauſend Krieger ſind, ſcheint bloß von dem Ertrage ihrer Plünderungen zu leben.

Die Nahrung der Apaches beſteht hauptſächlich in dem Fleiſche der Rinder und Schafe, die ſie aus den Ranchos und Meiereien der Mejicaner ſtehlen, doch ſoll, wie man ſagt, Maulthierfleiſch ihre Lieblingſpeiſe ſein. Ich habe oft um ihre eben verlaſſenen Lagerplätze die Ueberreſte geſchlachteter Maulthiere geſehen. Ein⸗ mal aber ſah ich ihre Fährte auf viele Meilen weit buchſtäblich mit Ueberreſten von Maulthieren beſtreut, die ſie offenbar nicht in der Abſicht getödtet hatten, ſie zu verzehren. Es iſt, wie man mir erzählt hat, die Gewohnheit der Häuptlinge dieſes Stammes, ſo oft unter ihren Kriegern ein Streit über das Eigenthum an einem Maulthiere entſteht, das Thier ſogleich zu tödten, um allen Zank abzuſchneiden. Man konnte aus der großen Anzahl todter Maulthiere, die ſte hinter ſich zurückgelaſſen hatten, den Schluß ziehen, daß nicht eben große Eintracht unter den Gliedern des Stammes geherrſcht haben konnte, wenigſtens nicht auf jener Wanderung. Wie die meiſten wilden Stämme in Nord⸗Amerika, ſind die Apaches geiſtigen Getränken leidenſchaftlich ergeben, und oft ſteht man ſte in Friedenszeiten völlig berauſcht um die mejicaniſchen Dörfer taumeln.

Dieſer Stamm erſtreckt ſeine Züge über einige Theile von Californien, über den größten Theil von Sonora, die Gränzen von Durango, und in gewiſſen Jahrzeiten ſtreift er ſogar bis Coahuila. Jede Gegend dieſer einſt blühenden Landſchaft hat durch ihre Einbrüche gelitten. Die örtlichen Behörden ſind ſo einfältig, daß die Indianer, um über ihren Raub ohne die min⸗ deſte Beläſtigung zu verfügen, oft mit einem Departement Frie⸗ den ſchließen, während ſie fortfahren, gegen die benachbarten einen vertilgenden Krieg zu führen. Dieß verſchafft ihnen einen