274 BDas Geneſungshaus. 4
«Gott behuͤte, mein Herr! dabei gab's gar nichts Geheimnißvolles. Sie ſtarb eines natuͤrlichen Todes, und dieſe Ruhe war ihr zu goͤnnen, denn ſie hatte nichts auf der Welt mehr, das ſie daran haͤtte feſſeln koͤnnen. Sie ward zur Nachtzeit begraben— wir begraben alle unſere Verſtorbenen bei Nacht. Das Geſetz erlaubt dies, mein Herr! und Tod ſowohl als Begraͤbniß ſind von mir und meinem Freunde und erſten Gehuͤlfen gehoͤrig beſtaͤtigt, und die Schrif⸗ ten daruͤber vor einer Stunde im Buͤreau des Herrn Maire niedergelegt worden.“»
— Ja, mein Herr! das beſtaͤtige ich vollkommen, wenn Sie dabei intereſſirt ſind,— ſagte der Maire, bot mir eine Prieſe und ging fort.
Ich wußte nicht, was ich ſagen ſollte. Ich fuͤhlte, daß es vergebens ſey, den Verſuch zu machen, dieſes Schild kunſtverſtaͤndigen Taktes und offizieller Beſtaͤ⸗ tigungen zu durchdringen, welches Alles, was hier vorging, bedeckte. So ging ich denn mit den An⸗ deren ebenfalls durch den Garten weiter, ſchweigend aber fruchtlos mich bemuͤhend, meine Gedanken in irgend eine folgerechte Reihe zu ordnen.
Michel, der eher an das Hauptgebaͤude gelangt war, trat jetzt eiligſt dem Doktor nahe und fluͤſterte ihm etwas in's Ohr.
«Wahrhaftig! Schon! rief dieſer aus, und in⸗ dem er ſich zu ſeinem gelben Gehuͤlfen wendete, ſetzte


