Serhstes Manttel. 269
kaum hoch genug, daß ein großer Menſch aufrecht ſtehen konnte, mit einem dichtvergitterten Fenſter und ohne alles andere Geraͤth als einen Stuhl, einen klei⸗ nen Tiſch und ein ſchmales offenes Bette. Auf die⸗ ſem ſchlechten Lager war der Leichnam des jungen Englaͤnders ausgeſtreckt, und man erblickte noch das ſchoͤne Ebenmaaß ſeiner Glieder, denn er war bloß mit dem Hemde bedeckt, das ihm das Mittel zum Selbſtmorde dargeboten, und aus deſſen Obertheile er ſich zwei ſchmale Streifen herausgeriſſen hatte. Seine Zuͤge zeigten nur wenig von den Verzerrungen, die bei gewaltſamen Todesfaͤllen gewoͤhnlich ſind. Augen und Mund waren ihm durch eine Hand geſchloſſen worden, die mit ſolchen letzten Dienſten bekannt; und ſo lag das ſchoͤne Profil ruhig vor uns. Auf dem Geſicht zeigte ſich jedoch die dunkele Faͤrbung der Er⸗ droſſelung. Um den Hals her war noch ein ſchwaͤr⸗ zerer Streifen ſichtbar, und an der linken Seite deſ⸗ ſelben zeigte eine breite blutloſe Wunde, die nur zu ſpaͤt mit der Lanzette geſchlagen worden, daß das Le⸗ ben ſchon geendet, als dieſer Verſuch ſtatt fand. Auf dem Tiſche am Bette erblickte man die ein⸗ fache Todesvorrichtung. Sie beſtand aus einer aus⸗ gezogenen Schraube des Bettgeſtelles, an welcher die beiden Leinenſtreifen, die vom Hemde abgeriſſen und feſt zuſammengeknuͤpft worden, befeſtigt waren. Da⸗ mit hatte er ſich eine Schraubenbinde gemacht, und


