Teil eines Werkes 
1. Th. (1830)
Entstehung
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Vaura Pemegia. 21

lianer war bei ihm. Meine Mutter zog mich ſchnell, aber nicht unfreundlich, bei Seite.

«Mein Kind,“ ſagte ſie mit einem Ausdrucke von Zaͤrtlichkeit, der um ſo ergreifender war, weil er ſich weniger heftig zeigte, als geſtern Nacht,«dieſer Fremde da moͤchte Dich gern mitnehmen. Willſt Du?⸗

Ich blickte auf meine Mutter, ohne zu wiſſen, was ich ſah. Voll Staunen und Schrecken konnte ich nicht ſprechen, doch konnte ich auch ihre Worte nicht leicht fuͤr Scherz halten, weil meine ganze Le— benszeit uͤber ich nichts von ihr gehoͤrt hatte, das ei⸗ nem ſolchen aͤhnlich geſehen.

«Nun, ſo ſprich doch, Laura!“ rief ſie ungeduldig.

«αch mit ihm gehen!»» rief ich furchtſam,«amit ihm fortgehen!! Warum denn?— Weswegen nur? — Will er mich denn heirathen?— Da bin ich doch noch zu jung dazu, nicht wahr?»“»

Der junge Mann wandte ſich mit hohem Erroͤ⸗ then ab, als er meine Frage hoͤrte. Der Sizilianer brach in ein lautes Gelaͤchter aus. Meine Mutter zog mich in ein kleines Kaͤmmerchen bei Seite, hieß mich da neben ſich auf's Bett ſetzen, ergriff meine Hand, und ſprach ruhig und mit ernſtem Ausdrucke in Blick und Stimme:

„Dich heirathen, Laura! Wie kannſt Du nur an ſo etwas denken? Vornehme Herren, wie er, hei⸗ rathen nie arme Maͤdchen, wie Du biſt. Du wirſt