Teil eines Werkes 
1. Th. (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20 Taura Pemegia.

ploͤtzliches Gefuͤhl der Reue ergriff mich, und ich ſprach es ſogleich in den Worten aus:«Theure Mutter, Du glaubſt, ich verdiene Deine Zaͤrtlichkeit, aber das iſt, leider! nicht der Fall. Du meinſt, ich habe heute die Ziegen recht gut gehuͤtet, aber ſtatt deſſen vernachlaͤſſigte ich ſie alle, indem ich Roſen im Walde pfluͤckte.»

«Du gutes, unſchuldiges Kind! rief ſie aus, ſprang dann nach einer kleinen Weile ſchnell auf, trocknete ſich die Augen, und ſetzte mit ihrer gewohn⸗ ten Art des Tons hinzu:«nun, jetzt kannſt Du ſchlafen. Ja, ja, an die Ziegen dachte ich eben.»

Mit dieſen Worten verließ ſie mich. Darauf

ſchlief ich ein, traͤumte aber unruhig und ſchlief

ſchlecht; ſo viel ich mich erinnere, zum erſtenmale in meinem Leben.

Am folgenden Morgen behielt mich meine Mut⸗ ter, ich weiß nicht mehr unter welchem Vorwande, in der Huͤtte zuruͤck. Nach dem Fruͤhſtuͤcke nahm ſie mich mit ſich vor die Thuͤr, zeigte auf die See und ſagte:

«Laura, ſiehſt Du dort das Schiff vor Anker? Die Fremden von geſtern gehen fort. Haͤtteſt Du nicht Luſt mit ihnen zu gehen?

Kaum hatte ſie dies geſagt, als der ſchoͤne junge Mann ganz nahe bei uns ſichtbar ward. Der Sizi⸗

4