Teil eines Werkes 
1. Th. (1830)
Entstehung
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Taura Pemegia. 19

Die Uebrigen verließen nun bald darauf die Huͤtte, nur der junge Mann und der Sizilianer blieben bis zum Abende. Als ſie forkgingen, ſagten ſie zu mei⸗ ner Mutter:Denkt an Euer Verſprechen fuͤr morgen!

«Ja, morgen! antwortete ſie mit feſter Stimme, aber ohne vom Boden aufzuſehen. Den ganzen uͤbri⸗ gen Theil des Abends blieb ſie gedankenvoll und ver ſtimmt. Ich glaubte, es geſchehe, weil mein Bruder noch nicht da ſey. Seit dem Morgen war ſein Boot nebſt einigen anderen noch nicht wieder ſichtbar wor⸗ den, und die Nacht fing an hereinzubrechen. Kaum war ich ziemlich zeitig zur Ruhe gegangen, als meine Mutter, ganz gegen ihre Gewohnheit, in das Be⸗ haͤltniß trat, worin ich ſchlief. Sie ſetzte ſich, ohne ein Wort zu ſprechen, an mein Lager, blickte mich eine Zeitlang an, und als ſie endlich meine Hand mit einer convulſiviſchen Bewegung ergriff, fuͤhlte ich, wie ſie heftig weinte. Sie neigte ihr Haupt zu mir, ſchlang ihre Arme um meinen Nacken, hob mich zu ſich auf und druͤckte mich an ihre Bruſt. Nun kuͤßte ſie mich, ſo viel ich mich erinnern konnte, zum erſten⸗ male in meinem Leben, und immer und immer wie⸗⸗ der. Ich fuͤhlte, wie ihre Thraͤnen meine Wangen uͤberſchwemmten. Dieſer unerwartete Ausbruch von Zaͤrtlichkeit ſetzte mich in Staunen. Ich wußte gar nicht, wie ich ihr das wieder vergelten ſollte. Ein