Taura Pemenia. 15
ner Gedanken. Es freute mich, meinen Gefaͤhrtinnen
etwas Liebes zu erzeigen, und ihnen in allen Dingen nachzugeben, blos weil ich, indem ich es that, ein Ver⸗ gnuͤgen daran empfand. Ich fuͤrchtete mich außeror⸗ dentlich meine Mutter zu beleidigen, weil ſie mich mit großer Strenge behandelte.
Der Tag, an welchem ich mein vierzehntes Jahr beſchloß, bildete eine wichtige Epoche in meinem Le⸗ ben. Ich war mit Tagesanbruch aufgeſtanden, und mit mehreren meiner eben ſo gedankenloſen und unbe⸗ fangenen jungen Freundinnen ausgegangen, um unſre Ernte von weißen Roſen an den Raͤndern des Wal⸗ des zu ſammeln, da dieſe Blumen eine Art von Han⸗ delszweig mit den Apothekern der benachbarten Staͤdte ausmachten. Wir ſuchten unſre Roſen einige Stun⸗ den lang, und machten uns unſre Arbeit zum Ver⸗ gnuͤgen, indem wir darum ſcherzend ſtritten, wer zuerſt ſein Schuͤrzchen voll gepfluͤckt haben wuͤrde. Ich gewann allen meinen Gefaͤhrtinnen den Vorrang ab, indem ich zu einem Roſenſtrauche eilte, von dem ich wußte, daß ihn noch niemand beruͤhrt hatte, und errang mir ſo den Sieg. Dieſen Triumph rief ich eben lautjubelnd aus, als ich vor mir einen ſchoͤnen⸗ jungen Mann erblickte, der mich freundlich laͤchelnd anſah. Seine Kleidung und die Farbe ſeines Haars zeigten mir, daß er ein Fremder ſey, ſo wie ſeine Begleiter, die ſich jetzt mit meinen Freundinnen in


