Teil eines Werkes 
1. Th. (1830)
Entstehung
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14 Vaura Pemengia.

than war, und ich ihn ſelbſt ſehr liebte, ſo beunru⸗ higte mich kein Gefuͤhl der Eiferſucht.

Vom Morgen bis in die Nacht huͤtete ich unſere Ziegen, die an den Huͤgeln weideten, waͤhrend mein Bruder Anſelm Fiſche fing. Den ganzen Tag hin⸗ durch ſpielte ich auf den Felſen, ſo gluͤcklich wie die Ziegen, die ich huͤtete, und wenn die Nacht einbrach, ſprang ich eben ſo froh wie ſie in unſre Huͤtte zuruͤck. Schwarzes Brot und Milch waren mein Abendeſſen, Stroh mein Lager.

So wuchs ich auf, unbekannt mit allem außer dem was ich ſah, und auch von dieſem war mir vie⸗ les unerklaͤrlich. Ich hatte keinen Begriff von der Gottheit; aber wenn die Stuͤrme an unſerer Kuͤſte tobten, und die Fiſcherboͤte von den Wellen umherge⸗ ſchleudert wurden, knieete ich mechaniſch an dem ho⸗ hen, einfachen Kreuze, das an dem Ufer ſtand, nieder, und betete inbruͤnſtig fuͤr Anſelm und ſeine Gefaͤhr⸗ ten. Als ich zwoͤlf Jahre alt geworden, verſtand ich die Ziegen zu melken, Kaͤſe zu machen, einen dicken Faden zu kloͤpfeln, womit meine Mutter die Netze ausbeſſerte, und Blumen zu pfluͤcken. Dieſer Lebens⸗ weiſe und dem Widerwillen meiner Mutter gegen mich verdankte ich die gaͤnzliche Unbekanntſchaft mit allem Boͤſen. Aber ich hatte auch nicht die mindeſte Kennt⸗

niß vom Guten. Nichts uͤberſtieg die Einfalt mei⸗