Taura Pementa. fuͤhren; aber ſie wehrte ſich maͤchtig und mit furcht⸗ barem Schreien, bis ein junger Prieſter von anzie⸗ hendem Aeußern, das aber keinesweges eine feinere
Bildung verrieth, ſich nahte. Bei ſeinem Anblicke
ward die Frau auf einmal ruhig, ſchlang ihre Arme um ſeinen Nacken, und ſeufzte tief, aber gelaſſen an ſeiner Bruſt. Nach wenigen Minuten waren Alle verſchwunden, und nur das leiſe Stoͤhnen und Seuf⸗ zen jener Armen zeigte mir an, daß ſie den Weg nach dem Kloſter zu genommen hatten.
Es ſchien etwas Anziehendes in dieſen Toͤnen zu liegen, denn ich folgte ihnen unwillkuͤrlich und faſt unbewußt, bis jene Perſonen die Pforte des Kloſters erreicht hatten. Die romantiſche Einſamkeit, in wel⸗ cher dieſes Gebaͤude lag, war ſchon an ſich hinrei⸗ chend, meine Neugier zu reizen, aber der Auftritt, deſſen Zeuge ich geweſen war, hatte ſie noch mehr aufgeregt; und ſo fuͤhlte ich mich denn berechtigt, in die offne Thuͤre einzutreten, um genauere Erkundi⸗ gungen einzuziehen, als es gewoͤhnlich bloße Voruͤber⸗ reiſende zu thun pflegen.
Der Pfeoͤrtner fuͤhrte mich zu dem jungen Moͤn⸗ che, dem ich ſo wenig unvorbereitet als moͤglich meine Wuͤnſche mittheilte, indem ich mich beſtens uͤber das zu entſchuldigen verſuchte, was doch immer nur als eine ungeziemende Aufdringlichkeit erſcheinen mochte, ſo ſehr ich mich auch ſchon aus Nationalintereſſe


