Teil eines Werkes 
2. Bd. (1832)
Entstehung
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biſt Du hier, mit ſolchen Zeichen, um mein Herz bis aufs tiefſte zu verwunden?

Ich bin hier, Graͤfin, im Gefuͤhl der Ehre und des Nitterthums. Ich wollte beim heil. Andreas ſey es geſchworen keinesweges durch freche Enthuͤllung dieſer Zeichen meines Dienſtes und meiner Treue die Gefuͤhle Eures Herzens ver⸗ wunden. Aber, edle Dame, ſeht hier dieſes noch koͤſtlichere Pfand! Es wurde mir im hohen, edel⸗ muͤthigen Vertrauen gegeben; ich konnte es nicht anders als durch meine eigene Hand gerade wieder in diejenige zuruckgeben, welche es hier befeſtigte.

Mit dieſen Worten machte Brank den Guͤrtel von ſeinem Halſe los, und zog ihn aus dem Buſen.

Es zuruͤckgeben? rief Jacqueline mit einer Stimme, welche ihre ganze Muthloſigkeit verrieth, und warum es denn zuruͤckgeben? warum nicht noch tragen? Das Gefuͤhl, das die Gabe verlieh, lebt noch immer in meinem Herzen!

Unempfindlich gegen alle Gruͤnde des Stolzes, fuͤhlte Jaequeline wie ihre Stimme bebte und ihr Herz ungeſtuͤm ſchlug, und ohne einen Gedanken an Erniedrigung oder Schande bemerkte ſie, daß heiße Thraͤnen ihr uͤber die Wangen rannen. Brank erblickte dieſe untruͤglichen Beweiſe innern Leidens. Er fuͤhlte, daß ſeine Kniee ſich unwillkuͤrlich beug⸗