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Sogleich flammte ein neuer Gedanke in ihrer Seele auf. Sie warf ihren Mantel da, wo ſie ſtand, ab, und begab ſich ganz leiſe hinter den Altar. Ueberzeugt, daß religioͤſe Gefuͤhle in einer Seele, wie Chevalier's, tiefe Eindruͤcke hervorbringen muͤß⸗ ten, und wohl wiſſend, daß eine geheimnißvolle Sentenz uͤber ein ſolches Gemuͤth mehr vermoͤge, als ganze Baͤnde voll Beweiſe, beſchloß ſie im Drange des Augenblicks, ihm eine Warnung zuzu⸗ rufen, der der Zuſtand ſeines Innern und die Um⸗ gebung um ihn her wohl eine Feierlichkeit verleihen konnte, die ſie ſelbſt zu bewirken keinesweges hoffen durfte. Allein ihr eigener Gemuͤthszuſtand war in dieſem Augenblicke der Inſpiration ſo nahe, als es das Gefuͤhl eines Sterblichen nur zu ſeyn vermag; und es moͤchte wohl auch nur wenig Menſchen, ſelbſt in einem minder aberglaͤubigen Zeitalter, ge⸗ geben haben, die nicht durch das Folgende auf's tiefſte erſchuttert worden waͤren. Den rechten Arm mit einer nicht voraus berechneten Bewegung er⸗ hebend, wodurch ihre Geſtalt einen Ausdruck er⸗ hielt, wie man ihn uͤbernatuͤrlichen Beſuchern zuzu⸗ ſchreiben pflegt; das ſchneeweiße Nachtgewand leicht um ſie her flatternd, und ihr Geſicht durch . 13*


