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guter Heuchler, und kann Dir zugleich eine treffliche Lehre geben. Es wurde durch Zufall aufgefunden, als ein ſeltenes Ueberbleibſel, um eine Kleinigkeit gekauft, ausgegraben aus einer Ruine, wenn ich nicht irre. Ein Studirter, wie Du biſt, kuͤhner Che⸗ valier, bedarf nicht der Winke einer alten Frau, wie ich bin. Aber lies nur die Grundſaͤtze und Gruͤnde des goͤttlichen Lehrers, deſſen Schriften Du bei Dir traͤgſt; thue, wie ich gethan habe, lerne das Ganze auswendig,-was fuͤr Dich, Du gelehr⸗ ter Juͤngling, ein Leichtes iſt, fuͤr mich aber eine beſchwerliche Arbeit und muͤhevolles Studium. Al⸗ lein der Durſt nach Erkenntniß kann nur geſtillt werden an der tiefen Quelle der Wahrheit, undehier
habe ich ſie gefunden.“ 5 — Ich nehme dieſes Halsband und dieſe ge⸗ heiligten Blaͤtter als Symbole der Wahrheit und Ge⸗ rechtigkeit bei der Sendung, die ich jetzt antrete,— rief Chevalier, indem er beide Gegenſtaͤnde unter ſeinen Mantel verbarg.— Keine Gefahr ſoll mich zuruͤckhalten, keine Marter mich erſchrecken, keine Gewalt mich meines Geluͤbdes entbinden! Was einmal geweiht iſt, kann nicht wieder entweiht wer⸗ den; das iſt ein maͤchtiger Grundſatz der Theologie, und


