3 als das Gewebe und der Schnitt ſeines Kleides be⸗ zeichneten den Mann von Stande oder den Jaͤger.
Nahe bei ihm und gelehnt auf einen Bogen von Spaniſchem Ebenholz ſtand ein Weib von zier⸗
licher Geſtalt und einem Geſicht von ſchwermuͤthi⸗
ger Schoͤnheit, welches, wiewohl mit dem Ausdruck vorgefaßter Abneigung, ſeinen Reden zuhoͤrte. Ihre Zuͤge waren ſchaͤrfer bezeichnet, als ſonſt bei Frauen in der erſten Jugend; indeſſen vereinigte ſich in ihnen mit der Ruhe und Friſche, die ſich ſelten noch nach dem erſten Fruͤhlinge des Lebens finden, jene entſchiedene Wuͤrde, die eigentlich nur dem Frauenalter eigen iſt; und auf ihrem Antlitz entfal⸗ tete ſich jener harmoniſche Glanz, der den Ausdruck von Leiden duldet, ohne dadurch zerſtoͤrt zu wer⸗ den. Sie war nach der Mode der reicheren Hollaͤn⸗ diſchen Frauen gekleidet, in ein Kleid naͤmlich von feinem weißen Kirſey, woruͤber ſie einen lichtblauen Ueberwurf von demſelben Stoffe trug, der dicht an Bruſt und Taille ſich ſchloß, mit flatternden Streifen beſetzt, welche bis an die Kniee reichten. Ihr Haar, in uͤberreicher Fuͤlle, war auf phantaſie⸗ reiche Art geziert mit goldenen Seitenſtuͤcken und Ringen, worinnen Cdelſteine glaͤnzten, und unter dem hohen gruͤnen Sammethut draͤngten ſich zahl⸗ 1*


