300 Paͤchter Martin.
ihm keine Ausſicht uͤber das Grab hinaus eroͤff⸗ nen koͤnnten?
Nur der Glaube: du biſt unſterblich! gießt dem leidenden Frommen Troſt ins Herz. Er weiß, daß er nicht zwecklos, weiß, daß er fuͤr eine beſſere Welt leidet, und daß ein guͤtiger und weiſer Vater der Menſchen nicht bloß Freude und Gluͤck, ſondern auch Schmerz und Ungluͤck als Mittel anwendet, um uns deſto vollkomme⸗ ner zu unſerm eigenen Heil fuͤr jenes Leben vor⸗ zubilden. Erreicht man ſchon in dieſem Leben nicht leicht etwas Wuͤnſchenswuͤrdiges ohne Muͤhe; darf der, welcher nur in irgend einer Wiſſenſchaft groͤßere Fortſchritte machen will, keine Arbeit, keine Anſtrengung ſcheuen: wie ſollte nicht den Frommen, der dieſe Erde als Bildungs⸗ und Erziehungs⸗Anſtalt fuͤr den Himmel betrachtet, wie ſollte ihn nicht, wenn er vielleicht mehr als Andere leiden muß, die Vorſtellung aufrichten: daß er unter der Regierung ſeines Gottes zu einem groͤßern Wirkungskreiſe in jenem Leben durch Leiden vorgebildet werde— und daß dieſer
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