—————ioe
—
Dritter Theil. 299
dern koͤnnen—2 Freylich muß man; nur ge⸗ waͤhrt dieſe ſtrenge Nothwendigkeit wenig Troſt, wenn der Leidende dabey denken muß, daß er zwecklos, oder doch nur als Mittel zur Befoͤrde⸗ rung fremder Zwecke leiden muͤſſe; wenn der Schmerz ihm dabey die Frage abnoͤthigt: Warum war ich nun eben zu Leiden beſtimmt, da doch ſo vielen andern der Weg durchs Leben uͤberall mit Blumen beſtreuet iſt? Was wollten wir ihm antworten auf ſeine Klagen:„Nur ein ſo kurzes, auf wenige ungewiſſe Jahre beſchraͤnktes Leben iſt mein Loos, und auch dieß ſoll ich unter Schmerzen hinbringen? Mit gleichen Anſpruͤchen auf Lebensgluͤck, wie jeder andere Sterbliche, betrat ich dieſe Erde, und warum mußte ich eben zu Leiden ohne Erſatz verurtheilt ſeyn? Lange habe ich auf Hoffnung eines mildern Schickſals geduldet, und immer bin ich getaͤuſcht worden. Jetzt erwarte ich nur Ruhe im Grabe; und was hindert mich, dieſer Ruhe entgegen zu eilen, und meine Leiden durch einen raſchen Schritt zu enden?“— was wollten wir dem Ungluͤcklichen auf dieſe bittren Klagen antworten, ſo fern wir


