Dritter Theil. 297
licher Vater, wuͤnſcht ſo ſehnlich noch auf eine laͤngere Zeit fuͤr ſeine Kinder zu leben; und je ſehnlicher er dieß wuͤnſcht, deſto aͤngſtlicher iſt die Beſorgniß ſeinen Wunſch zu verfehlen.
Ohne Glauben an Unſterblichkeit gleicht der Gluͤckliche einem Manne, dem ein Maͤchtiger der Erde die herrlichſte Wohnung und ſchoͤnſte Fiur zwar zum Eigenthum uͤbergaͤbe, doch auf eine ſo ungewiſſe Zeit, daß der Beſitzer mit jeder Stunde beſorgen muͤßte, es werde ihm alles wieder ge⸗ nommen werden, und alſo unter dieſer traurigen Bedingung unmoglich ſeines Gluͤcks recht froh werden koͤnnte. Aber iſt nicht dieſer Vergleich auch auf den Gluͤcklichen mit dem Glauben an Unſterblichkeit anzuwenden? Nein, dieſer gleicht einem Manne, dem zwar auch Wohnung und Gluͤcksguͤter auf eine kurze ungewiſſe Zeit, doch zugleich mit dem ſichern Verſprechen uͤbergeben
wurden: wirſt du von hier abgerufen, ſo geſchie⸗ het es, um in eine andere noch ſchoͤnere Gegend
verſetzt zu werden, und ungleich mehr zu erhal⸗ ten, als du hier hatteſt. Jener iſt entſetzt, dieſer


