318 Paͤchter Martin.
entweder wir muͤſſen neue reichhaltige Goldgru⸗ ben zur Befriedigung unſerer Beduͤrfniſſe ent⸗ decken, oder muͤſſen unſere Beduͤrfniſſe einſchraͤn⸗ ken. Zu jener Entdeckung gehoͤrt viel Gluͤck; und am Ende waͤre es doch nur Palliativ— denn welche Goldgrube iſt unerſchoͤpflich? und bekaͤmen alle mehr Gold, wer waͤre dadurch reicher geworden?— Moͤchten doch die Men⸗ ſchen einſehen lernen, was zu ihrem Frieden dient, und das zweyte, ſichere und untriegliche Mittel ſelbſt anwenden, und ihren Kindern die Anwen⸗ dung erleichtern. Wie viel wuͤrden wir dadurch an reellem Reichthum gewinnen! Bey einiger
Seelenkraft iſt es wahrlich nicht ſchwer, ſich frey⸗
willig manchen Genuß zu verſagen, aus eigenem freyen Entſchluß zu entbehren; aber ſchwer iſt es, entbehren zu muͤſſen, wenn man es, vor dem Zwange von Außen, nicht gelernt hat. Hierzu koͤmmt, daß ja alle unſere Freuden durch weiſe Sparſamkeit im Genuß gewinnen, und daß hingegen unmaͤßiger Genuß das Grab jeder Freude iſt.
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