Teil eines Werkes 
15. Bd. (1816)
Entstehung
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Zweyter Theil. 317

Wer doch noch bey einem Glaſe Wein ſich froh trinken koͤnnte! ſagte mir juͤngſt der Land⸗ rath H**:jetzt muß ich ſehr viel, und ſtarken Wein trinken, um dieſelbe Wirkung hervor zu bringen!.

Allein warum brauchteſt du auch Arzeney als Alltagskoſt?

Laßt uns die kleinern Freuden des Lebens nicht als Zweck anſehen, ſondern als Mittel zu nuͤtzlicher edler Thaͤtigkeit; laßt uns den Land⸗ mann nachahmen, welcher den Hunger erarbei⸗ tet; laßt uns eine frohe Abendſtunde durch einen wohl vollbrachten Tag verdienen; laßt uns zur ungekuͤnſtelten Natur zuruͤckkehren, und die gute Mutter wird dann mit milder Hand uns Segen und Freude ſpenden!

Mit ſteigender Cultur vermehren ſich unſere Beduͤrfniſſe; aber nicht zugleich die Mittel ſie zu befriedigen. Die nothwendigſte Folge davon iſt, daß das Menſchengeſchlecht immer aͤrmer an Freude wird. Den gaͤnzlichen Banquerout zu vermeiden, giebt es, glaub' ich, nur zwey Mittel: