Teil eines Werkes 
15. Bd. (1816)
Entstehung
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316 Paͤchter Martin.

gnuͤgen verwendete; jetzt ſammelt er alle Gro⸗ ſchen, um jaͤhrlich ein Kapital mehr auszuleihen. Er klagt jetzt uͤber Arbeit und Sorgen, und wird ſeines Lebens nicht mehr froh.

Niemand klagt mehr uͤber Mangel an Freude, als die uͤbercultivierten Menſchen aus der Klaſſe der ſo genannten vornehmen Welt, eben weil ſie uͤbercultiviert verwoͤhnt, verzaͤrtelt und verweichlicht ſind; weil ſie nicht mehr an den

reinen Freuden der Natur, ſondern nur an

erkuͤnſtelten Vergnuͤgungen, Geſchmack finden, und durch unmaͤßigen Genuß ſich uͤberſaͤttigt haben.

Weſſen Gaumen an ſtarke Gewuͤrze ver⸗ woͤhnt iſt, wird, natuͤrlich, gemeine Koſt ver⸗ achten. Das iſt ſchon ſchlimm. Aber noch ſchlim⸗ mer iſt, daß der verwoͤhnte Gaumen immer ſtaͤr⸗ kere und ſtaͤrkere Gewuͤrze verlangt; daß alſo die Zahl der gemeinen Gerichte, die er nicht mag, immer groͤßer wird, bis ihm endlich nichts mehr ſchmecken will.