Teil eines Werkes 
15. Bd. (1816)
Entstehung
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312 Paͤchter Martin.

Abend bey ſeiner Pfeife fand, der fand ihn froh und wohlgemuth. Ich halte es ſo mit dem Weine. Kein Dich⸗ ter kann ihn lieber trinken als ich; und doch trinke ich ihn gewiß ſeltener als Heloiſe ihren Kaffee trank. Dafuͤr ſchmeckt mir aber mein Glas Wein deſto beſſer, und ich brauche nicht viel zu trinken um froh zu werden.. Selbſt das reine Vergnuͤgen, das mir die Muſik gewaͤhrt, genieße ich nur ſparſam. Nur dann, wenn es am Tage ſtuͤrmte, ergreife ich am Abend meine Floͤte, und es mißlingt mir nicht leicht, die volle Ruhe wieder herzuſtellen.

Man kann mit Wahrheit behaupten, daß die Menſchen fuͤr ihr Gluͤck zu reich werden koͤnnen. Wovon ich an einem meiner Bekannten eine auffallende Erfahrung gemacht habe.

Der Mann lebte ſonſt von den maͤßigen Einkuͤnften ſeines Amtes gluͤcklich und zufrieden. Er richtete ſich kluͤglich mit den Ausgaben nach der Einnahme, ſo daß beym Schluß der Rech⸗ nung jedes Jahres noch ein kleiner Spar⸗ und